Wer nicht dünn ist, soll zuhause bleiben

Wie schlecht frau sich fühlen sollte, wenn sie keine Model-Maße hat, lesen wir in dieser Woche in allen einschlägigen Magazinen: Barbara Schöneberger hat nun endlich ihre Depression überwunden. Und wie hat sie das geschafft? Richtig! Nach langen Phasen mit unverzeihlichem Übergewicht darf sie endlich wieder glücklich sein: sie ist wieder rank und schlank. Und aus diesem Grund auch wieder bestens gelaunt. Jetzt erst traut sie sich wieder aus dem Haus und in die Öffentlichkeit. Wer über 90 Kilo wiegt, dem ist wohl nicht zu helfen, der bleibt besser zuhause. Vermutlich hat es sich etwas anders zugetragen. Vermutlich hat Frau Schöneberger, falls sie wirklich eine depressive Phase hatte, diese zunächst überwunden und dann die Kraft gehabt, einige Veränderungen anzupacken in ihrem Leben. Wichtig für uns ist im Augenblick aber, wie die Geschichte von den Medien erzählt wird. Wer dick ist, dem geht es schlecht. Wer dünn ist, dem geht es gut.

Nun können wir diesen Unsinn nicht von heute auf morgen ändern. Dafür lässt sich mit Frauen, die sich ungenügend attraktiv fühlen, zu viel Geld verdienen. Was aber einfach nicht wahr sein darf ist, dass ein Großteil der Bekleidungsindustrie so tut, als wäre dieser Model-Typ schlicht die Realität. Sein wir mal ehrlich, das meiste passt doch nicht. Coole Jeans und stylische Klamotten gibt es bis Größe 40. Mit einer 42 zwängt man sich rein. Ab Größe 44 wechselt man zur Abteilung „Mollige Mode“ oder wahlweise in die Schwangerschaftsabteilung.

Was in der Boutique einfach nur ein Ärgernis ist, geht in der Team-Mode überhaupt nicht. Und doch ist auch das Realität: Poloshirts, die nur bis Größe 40 zu kaufen sind (heißen natürlich 2XL! WAAAAS? Da passt du nicht rein???) Wer größer, oder breiter ist, kann ja dann einfach auf Männergrößen umsteigen. Hallo? Wie sieht das denn aus? Wer das wissen möchte, kann einfach mal mit offenen Augen in die nächste Bäckerei gehen. Dort sieht man schöne, wohlgeformte Frauen mit einer Traum-Oberweite in häßlichen, kastigen Männershirts versinken. Frau hat die Wahl zwischen zu klein oder zu groß. Busen ist nicht vorgesehen, Bauch auch nicht. Jedenfalls sieht man eine Menge eingelaufener Polos, die nicht mehr bis zum Hosenbund reichen. Tres chique.

Man will es nicht glauben, aber es gibt in Deutschland nicht mal eine Hand voll Anbieter, die ihre Shirts bis zur Größe 5 oder 6XL führen. Und was man auch nicht glauben kann: außer Poloshirts, engen T-Shirts, Hoodies und Zipjacken ist noch niemandem was einfallen. Ach doch, Blusen gibts! Allerdings nicht für Frauen mit Oberweite, die springen dann vorn so unschön auf.

Privat können wir Frauen mit abweichendem Körper Auswege finden. Wir finden in den Nischen der Textilindustrie passende Jeans und kleidsame Oberteile. Aber jede von uns kennt das Gefühl, wenn man mal was an hat, das nicht so gut passt. Dieses Unwohlsein begleitet uns den ganzen Tag und wir werfen einen Blick in jeden Spiegel um kurz zu checken, WIE schlimm es ist.

Ein Team, das im Namen seiner Firma unterwegs ist, kann sich so etwas nicht leisten. Mangelndes Selbstvertrauen wirkt so nachhaltig und schwächend, dass die betreffende Person einfach mehr mit sich selbst beschäftigt ist, als sich um Kunden oder die Firmeninteressen zu kümmern. Das Unwohlsein überträgt sich auf die Umgebung. Teamkleidung sollte man im besten Sinne vergessen können. Dazu muss sie gar nicht allzu vielen Kriterien entsprechen. Sie muss in erster Linie passen und ein paar alternative Modelle für verschiedene Figurtypen und Körpergrößen bieten. So schwer ist das gar nicht :-)


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